Oct 18, 2014

Das Dortmunder Elend hält an

Die Stars sind zurück, die Fehler geblieben: Auch die Rückkehr von Reus und Gündogan kann die 1:2-Niederlage der Dortmunder beim FC Köln nicht verhindern. Der Pannen-BVB verliert damit das dritte Ligaspiel in Folge.

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Es sollte der Tag der großen Aufholjagd werden, der Beginn des Rests der Saison – aber trotz der Rückkehr aller Stars wurde daraus doch nur ein weiterer Rückschlag und eine herbe Enttäuschung für Borussia Dortmund. Der BVB unterlag beim 1. FC Köln 1:2, der ausgelassen seinen ersten Heimsieg nach dem Bundesliga-Aufstieg feierte, und besiegte sich dabei einmal mehr selbst: Der Kölner Siegtreffer entsprang wieder einem skurrilen Dortmunder Abwehrfehler.
Kurz vor Spielbeginn war der Traum Dortmunder Fußballfans endgültig wahr geworden. Für die Startelf war 434 Tage nach seinem letzten Bundesligaspiel schon Ilkay Gündogan nominiert worden, und dazu hatte BVB-Trainer Jürgen Klopp noch Shinji Kagawa und Henrich Mchitarjan gesellt.

Alle Kreative gleichzeitig auf dem Platz

Dann aber hatte sich der etatmäßige Linksverteidiger Erik Durm verletzt, womit durch die Versetzung von Kevin Großkreutz nach hinten eine Position frei geworden war. Weil diese Stelle durch den nach vierwöchiger Verletzungspause wieder einsatzbereiten Marco Reus eingenommen wurde, standen sie tatsächlich alle gleichzeitig auf dem Platz – die Dortmunder Kreativen.
31460873Schon wieder gestrauchelt: Shinji Kagawa (r.) im Zweikampf mit Daniel Halfar© APBilderstrecke 
Eingespielt konnte das kaum sein, weil es noch nie unter Wettkampfbedingungen erprobt worden war. Gündogan übernahm nach 14 Monaten Bundesliga-Abwesenheit zwar gleich seine alte Rolle als Spielgestalter im Mittelfeld, und der BVB kombinierte auch ganz gefällig dank seiner technischen Überlegenheit, nur gefährlich wurde es selten. Reus verzog nach einem Doppelpass mit Kagawa (11. Minute), und Immobilie war kurz zuvor erst im letzten Moment gestoppt worden – aber mehr brenzlige Situationen hatten die ganz auf Defensive konzentrierten Kölner erst einmal nicht zu überstehen.
Vermutlich hatte ihr Trainer Peter Stöger sogar damit gerechnet, dass beim BVB ein Rädchen noch nicht ins andere greifen konnte und sein FC deshalb zu Konterchancen kommen würde. Die erste Möglichkeit versandete noch, die zweite nach 39 Minuten ebenfalls, weil Piszczek noch klären konnte. Aber aus Kölner Sicht waren aller guten Dinge schließlich drei. Ein Befreiungsschlag von Weidenfeller landete bei Vogt, der von Risse gleich wieder angespielt wurde und danach alleine auf das Dortmunder Tor zulaufen durfte. Sekunden später freuten sich die Kölner Fans über das erste Heimtor (40.) der Saison.
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Die immense spielerische Überlegenheit des Gegners hatte der 1. FC Köln gut kompensieren können, weil sie den BVB-Stars kaum Raum zur Entfaltung gaben. Wie das aussehen kann, wenn solch gute Techniker etwas Platz bekommen, zeigte der Ausgleichstreffer nach alter Dortmunder Schule. Immobile, Reus und Kagawa hatten an der Mittellinie den Ball erobert, gegen die aufgerückte Kölner Abwehr hatten Reus und Immobile dann leichtes Spiel. Der Italiener traf zum 1:1 (48.), und die heftige Gratulation von Klopp machte deutlich, wie wichtig dieser Treffer für den letztjährigen Torschützenkönig der Seria A gewesen war, den das Dortmunder Passspiel in vielen Szenen allerdings noch überfordert.
Die Dinge schienen nun also trotzdem ihren Lauf zu nehmen – und das taten sie dann auch, allerdings anders als erwartet. Aberwitzige Abwehrfehler hatten den BVB in dieser Saison häufig zurück geworfen, und der Moment aus der Serie Pleiten, Pech und Pannen fehlte auch nicht an jenem Tag, der als Wendepunkt einer bislang verkorksten Saison auserkoren war. Die Flanke von Osako nach 74 Minuten sah nicht besonders gefährlich aus, aber BVB-Torwart Weidenfeller sowie Piszczek schienen sich nicht einig, wer die Sache bereinigen sollte.
Weidenfeller ging am Ball vorbei, und als Nutznießer bedankte sich Zoller mit dem 2:1. Mit Aubameyang (für Mchitarjan) und Ramos (für Immobile) wechselte Klopp seine Offensivabteilung und hatte damit alles auf den Platz gebracht, was die Borussia stark machen sollte. Noch aber scheint nicht zusammen gewachsen, was zusammen gehören soll. Die Hochbegabten gehen stürmischen Zeiten entgegen.
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